Lembeck – Gleich zwei EPS-Meldungen erreichten uns gestern per Email. An zwei unterschiedlichen Stellen, Holtberg / Schluerweg und Pastors Busch / Am Pastorat, wurden Eichenprozessionsspinner (EPS) entdeckt.

Foto/s: Bernd Wiemeyer

Bernd Wiemeyer schrieb: „Ich habe auf dem Holtberg, an der Verlängerung des Schluerwegs über den Kaisersweg hinaus oben im Feld auf einer Eiche an der rechten Wegseite Prozessionsspinner entdeckt. Sie ziehen auf einem Ast in 6-8 Meter Höhe, der sich über dem Weg befindet. Der Weg dort im Feld wird viel benutzt von Hundebesitzern, Spaziergängern und Radfahrern. Diese sind dort in den nächsten Tagen gefährdet. Ich rufe morgen bei der Stadt an und hoffe, dass die Möglichkeiten haben, die Prozessionsspinner von einem Hubsteiger aus zu beseitigen. Parallel dazu empfiehlt es sich, den Schluerweg auf dem Holtberg zu meiden bzw. in den nächsten Tagen verstärkt auf dieses Geziefer zu achten, es zu melden etc., denn diese Stelle ist sicher nicht die einzige.“

Foto/s: André Gille

Auch André Gille schickte uns gestern Fotos von einem befallenen Baum, mitten in Pastors Busch / Am Pastorat. Auch hier sollten Spaziergänger vorsichtig sein.

Nester der EPS-Raupen können Sie hier schnell und unkompliziert melden
https://eps-raupenmelder.dorsten.de/

Was ist der Eichenprozessionsspinner (EPS)?

Es handelt sich um einen eigentlich harmlosen Falter. Dessen Raupen allerdings bilden mikroskopisch kleine Gifthaare aus, deren Nesselgift auf der Haut und an Schleimhäuten allergische Reaktionen hervorrufen kann. Die Beschwerden reichen von juckenden Hautausschlägen bis zu Asthmaanfällen. Die Reaktionen auf Kontakt mit den Härchen ist sehr unterschiedlich ausgeprägt: Manche Menschen reagieren ausgesprochen stark, andere hingegen gar nicht.

Ist der EPS ein neues Phänomen?

Nein. Massenverbreitungen auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens wurden schon vor 200 Jahren beschrieben. Der wärmeliebende EPS gilt heute allerdings als Günstling des Klimawandels: Seit Mitte der 1990er Jahre breitet er sich aus dem Rheinland in Richtung Osten und Nordosten aus.

Wo finde ich weitere grundlegende Informationen zum EPS:

Im Internet gibt es viele Informationen, z.B. auf der Seite der “Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“:

Wie verbreitet ist der EPS in unserer Region?

Dorsten hat der EPS Anfang der 2000er Jahre erreicht. Einen ersten Höhepunkt erreichte die Befallsdichte im Jahr 2009 mit 344 Meldungen. Danach brach die Population weitgehend zusammen. Von 2010 bis 2018 gab es jeweils deutlich weniger Meldungen. Den Tiefstand erreichte die Population in den Jahren 2015 bis 2017 mit jeweils weniger als 15 Meldungen. 2018 und 2019 erreichte die Plage dann unerwartet eine neue Dimension mit 445 und 1006 Befallsmeldungen.

Gibt es eine Pflicht, die EPS-Raupen zu beseitigen?

Es ergibt sich bislang weder aus gesetzlichen Vorgaben noch aus der laufenden Rechtsprechung eine Pflicht zur Beseitigung der Raupen im Sinne einer Gefahrenabwehr. Das Auftreten der EPS-Raupen gilt als Naturphänomen und damit als höhere Gewalt, die im weitesten Sinne hinzunehmen ist. Dies gilt für Eigentümer öffentlicher Flächen und Einrichtungen (Stadt, Straßenbaulastträger wie Kreis und Land) ebenso wie für Privatleute.

Handelt die Stadt Dorsten trotzdem?

Selbstverständlich. Angesichts der massiven Beeinträchtigungen für die Bürger unserer Stadt hat die Verwaltung in den letzten beiden Jahren bereits erhebliche Beträge aufgewendet, um den gemeldeten Befall mit EPS-Raupen von Fachfirmen absaugen zu lassen. Die Kosten beliefen sich 2018 auf rund 130 000 Euro und 2019 auf über 300 000 Euro.

Was ist 2020 geplant?

Sollte es erneut zu einem derart massiven Befall kommen, ist die Stadt Dorsten sicherlich besser vorbereitet. Eine Arbeitsgruppe hat ab Herbst 2019 eine Strategie zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erarbeitet, der im Januar vom Haupt- und Finanzausschuss des Rates der Stadt Dorsten zugestimmt wurde.

Weitere Infos unter: http://www.dorsten.de/eps.asp

03.06.2020 – Lembeck.de – Frank Langenhorst & Dorsten.de

 

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