M.G.V. „Frohsinn“ und Kirchenchor ab 1972

In der Generalversammlung 1972 kam es zunächst zu dem wichtigen Beschluss, dass alle Sänger ab sofort aktives Mitglied in beiden Vereinen werden und dass beide Vereine ihre Selbständigkeit behalten. Für den 5. 10. 1972 beschloss man eine gemeinsame Generalversammlung, die von nun an immer jährlich gemeinsam stattfand.

Ab 1972 hat man nun wieder einen leistungsstarken großen Chor.

Das Dekanatsfest in Schermbeck November 1972 zeigte schon deutlichen Erfolg. 100 Jahre Wulfener Kirchenchor mit dem Dekanatsfest 1973 und ein Singen der Wulfener und Lembecker Chöre in der St. Barbara Kirche 1974 gaben Anlass, sich erfolgreich zu beteiligen. Anlässlich des 25jährigen Bestehens der Kolpingsfamilie Lembeck im Mai 1974 gab der Chor mit einem Festhochamt und einem geschmückten Wagen beim Festumzug, einen guten Beitrag.

Ebenfalls zum 75jährigen Jubelfest sang der Chor am 8. Juni 1975 beim „Frohsinn“ Haltern und am 21. 6. 1975 wurde der M.G.V. Concordia Heiden 100 Jahre alt, auch hier durfte der M.G.V „Frohsinn“ dabei sein.

Mit einem Ständchen gratulierte der Kirchenchor seinem Präses Pastor Bonse im September 1975 zum 50. Geburtstag. Im Oktober trafen sich die Dekanatschöre in Lembeck, wo mit dem Kirchenchor Rhade ein mehrstimmiges lateinisches Hochamt gesungen wurde.

Auf Einladung sang der Chor am 7. Juni 1976 in der Kirche von St. Bonifatius Brassert ein lateinisches Hochamt. Der anschließende Frühschoppen brachte neue freundschaftliche Verbindungen zu dem dortigen Kirchenchor die mit weiteren Besuchen am 6. November 1977, am 9. April und 12. August 1978 sowie am 4. November 1979 gefestigt wurden.

„Lieder aus aller Welt” war das Motto eines Liederabends am 27. 11. 1976, veranstaltet vom M.G.V. ”Frohsinn”, unter Mitwirkung des auf Initiative von „Frohsinn“ und Kirchenchormitgliedern im Juni 1976 gegründeten Kinder- und Jugendchores und einer Lembecker Akkordeongruppe. Viel Arbeit war seitens des Chorleiters und der Sänger vorab geleistet worden. So durfte der Verein sich freuen, vor ausverkaufter Halle, ein qualitativ hochwertiges Konzert veranstaltet zu haben.

Auf der Generalversammlung am 10. 3. 1977 kandidierte der langjährige Vorsitzende des M.G.V. “Frohsinn” Bernhard Rekers nicht mehr für dieses Amt. Als neuen Vorsitzenden wählte man Paul Weiß.

Zu einer besonderen Feier, des 250jährigen Bestehens der Michaeliskapelle Lembeck am 29. September 1977 sang der Kirchenchor das Festhochamt. Beim anschließenden Frühstück, zu der die gräfliche Familie geladen hatte, wurden mehrstimmige Lieder für die Gäste und Bediensteten des Stiftes vorgetragen. Hierzu sei erwähnt, dass der Kirchenchor schon weit über 50 Jahre alljährlich zu dem Michaelisfest das Festhochamt singt und bisher immer mit einer stattlichen Anzahl von Sängern vertreten war. Das anschließende Frühstück mit der gräflichen Familie, den Priestern und den Schwestern des Hauses schaffte in all den Jahren eine familiäre Bindung.

Wiederum besuchte man befreundete Gesangvereine um ihre Jubiläen mit Gesang zu verschönen. Es waren dies am 18. September 1977 der M.G.V. Viktoria Marl (75 Jahre), am 21. Mai 1978 der M.G.V. Dülmen (90 Jahre).

Der Präses des Kirchenchores Pastor Bonse feierte im August sein 25jähriges Priesterjubiläum. Mit einem Ständchen am Vorabend und einem Festhochamt zeigte der Kirchenchor seine Verbundenheit.

Bei der 200. Wallfahrt der Lembecker zum Annaberg im September 1979 wurden mehrstimmige Lieder in der Wallfahrtskirche gesungen.

Mit der 25 Jahrfeier gemischter Kirchenchor Wulfen, wurde auch das Dekanatsfest 1979 gefeiert. Ein Festhochamt gesungen in der Kirche St. Josef war der Beitrag zum 60jährigen Bestehen des Kirchenchores St. Josef HervestDorsten am 13. Oktober 1979.

Besonderer Anlass zur Freude waren die Heimatprimizen in diesem Jahr von Josef Höing am Ostermontag und Josef Kruse am 8. Juni. Diese beeindruckenden und für Lembeck seltenen Primizämter wurden vom Kirchenchor festlich mitgestaltet und ebenso die anschließenden Empfänge für die Neupriester in der Kulturhalle.

Im Jahr 1980 feierte der Chor nun sein eigenes Jubiläum. 100 Jahre Kirchenchor St. Laurentius und 75 Jahre MGV “Frohsinn” berechtigten zu großen Feierlichkeiten. Zu diesem Anlass gab sich der Chor erstmalig ein uniformes Erscheinugsbild. Sang man bis dahin im schwarzen bzw. dunklen Anzug mit Fliege, so erschien man nun mit beigem Jacket und schwarzer Hose. Fast 20 Jahre wird man nun den Chor in dieser Kluft bei öffentlichen Auftritten sehen, bis der Chor sich zu einer Änderung entscheiden wird.
Im September 1980 lud man zur Festwoche ein. Am 20. 09. fanden sich die Kirchenchöre des Dekanates zu ihrem Dekanatstreffen zusammen. Tags darauf fand ein Kirchenkonzert in St. Laurentius statt, das wegen der überaus positiven Resonanz im Dezember in St. Agatha in Dorsten wiederholt wurde.

Sogar für die Lembecker Jugend wurde im Jubiläumsprogramm gedacht, war man doch maßgeblich am Entstehen des Lembecker Kinder- und Jugendchores beteiligt gewesen.. Am 26. September gab es Spiel und Spaß für Kinder- und Jugendliche und abends wurde eine Discoveranstaltung organisiert. Am 27. September waren dann die Chöre der Gruppe Hohe Mark in Lembeck zu Gast und zu einem Festkonzert am 28. September in der Aula der Ursulinen in Dorsten hatte der Verein 15 Gastvereine geladen. Mehrere Chöre, die an den Festlichkeiten nicht teilnehmen konnten, bewiesen ihre Freundschaftlichkeit mit einem Gastbesuch im Laufe des Jahres.
Aber nicht nur an das eigene Jubiläum wurde in diesem Jahre gedacht, am 22. August 1980 besuchte der Chor den MGV “Heideblümchen” Marl-Sickingmühle bei seinem 60-jährigem Jubiläum.

Als Ablschluss wurde ein Festhochamt zu Ehren des hl. St. Michaels an dessen Namenstag in der Kapelle gestaltet.

Der Lembecker Karneval erfuhr im Jahre 1982 eine gravierende Veränderung.
Bis dahin feierten viele Vereine sein eigenes Karnevalsfest in den verschiedensten Arten. Im Jahr 1982 taten sich die Kolpingfamilie, die Blaskapelle “Harmonie”, der Sportverein Scharz-Weiß und der M.G.V. zusammen.
Bis heute hat diese Karnevalsvereinigung Bestand, so dass jedes Jahr ein grandioses Programm geboten werden kann. Die Verkaufzeit von ca. 1Stunde für fast alle Karten zu diesen, mittlerweile 2 Sitzungstagen zeugen von einer großen Akzeptanz dieser Veranstaltung.

Zusätzlich wird im Dorf ein Festzelt errichtet, wo von Altweiber -Donnerstag bis Rosenmontag Tanzveranstaltungen angeboten werden.

Im Oktober 1982 führte ein 2-Tages-Ausflug den Chor nach Reil an der Mosel, wo nicht nur dem Wein zugesprochen wurde, sondern auch der Gesang nicht zu kurz kam. Selbstverständlich wurde auch eine Messe durch unseren Gesang mitgestaltet. Mit Dampferfahrt, Weinberg- und Stadtbesichtigungen war es ein vollkommender Ausflug.

Am 23. Oktober 1982 fand das Dekanatssingen in Holsterhausen statt, wobei wir im weltlichen Teil die Lieder “Wanderers Nachtlied” und Sonntagsseele” votrugen. Am 07. November besuchten wir den befreundeten Kirchenchor in Marl-.Brassert.

Erstmalig feierte der Chor im Januar 1983 das alljährliche Weihnachtsfest im 1980 erstellten Pfarrheim. Die Räumlichkeiten waren wir geschaffen für diese Feier, so dass der bis dahin vorgenommene Wechsel in den Vereinslokalen “Altes Brauhaus” und Gaststätte Stegemann nicht mehr vorgenommen wurde.

Einen weiteren Höhepunkt in der Vereinsgeschichte wurde vom Vorsitzenden Paul Weiß angeregt und entgegen manche Bedenken durchgesetzt. Die Verpflichtung des Kammersängers Heinz Hoppe zu einem Konzert in Lembeck sahen manche Sänger aufgrund der hohen Kosten als recht bedenklich an.
Am 16.10.1983 und am 08.11.1987 wurde jeweils ein Konzert mit dem Kammersänger gehalten, die allesamt als Erfolg zu bezeichnen sind. Aus dieser Initiative heraus sind die nachfolgenden Konzerte mit namhaften Künstlern entwachsen.

Die Leistungssteigerung des Chores war immer ein Anliegen des Vorsitzenden des M.G.V. “Frohsinn”. Seit langer Zeit nahm der Chor wieer an einem richtigen Sangeswettbewerb teil. Im Juni 1985 trat der Chor gegen 4 Männerchöre in Haldem, Kreis Minden-Lübekke an, und schlug sich ganz achtbar.

Bei der Generalversammlung 1988 gab der 1. Vorsitzende des M.G.V. “Frohsinn” Paul Weiß sein Amt aus gesundheitlichen Gründen an Herbert Hachmann ab.

In die Diaspora, nach Westerstede führte der Ausflug im August 1988. Viele schöne Erinnenrungen an den “Fuchsbau” und das “Krömerei-Diplom” bleiben den mitgefahrenen Sängern und ihren Frauen unvergessen.

Ein absoluter Höhepunkt war das Konzert mit dem Kammersänger Karl Ridderbusch am 14. September 1990 in Dorsten. Die Brillanz dieses Stars färbte auch auf den Chor ab, so dass dieses Konzert eine unvergessliches Erlebnis bleiben wird. Als bleibende Entwicklung wuchs auch aus diesem Konzert die enge Verbundenheit mit dem Prof. Klaus-Michael Leifeld, der den Kammersänger Karl Ridderbusch am Flügel virtuos begleitete.

Der wieder genesene Paul Weiß wurde im Jahre 1992 mit großer Mehrheit wieder zum 1. Vorsitenden des M.G.V. “Frohsinn” gewählt.

Wiederum wurde im August 1992 ein 2-Tages Ausflug unternommen. Das Ziel dieser Reise war Bad Ems. Hierbei standen u.a. die Besichtigung der weltweit größten Pelargonien – Gärtnerei auf dem Programm. Höhepunkt war hierbei aber mit Sicherheit der Blumenkorso in Bad Ems.

Am 07. Mai 1993 gab der Chor seiner Protektorin Freifrau von Twickel bei dem Requiem das letzte Geleit. Bis Mitte 2002 sollte nun dieses Amt nicht mehr besetzt sein, als der Graf Ferdinand von Merfeld sich dazu bereiterklärte das verwaiste Protektorat anzunehmen.

Die Kontakte, die der Chor mit Prof. Klaus-Michael Leifeld hatte führten zu einer losen Reihe von Konzerten im Schlaun´schen Saal des Schlosses Lembeck. Beginn dieser Konzertreihe war im Dez. 1993, wo sich der Chor mit der Sopranistin Hale Al Orfari ein musikalisch romantisches Stelldichein gab.

Schließlich führte Paul Weiß den Chor zu den Leistungssingen des Deutschen Sängerbundes hin. Am 20. Juni 1993 wurde in Grevenbroich dem Chor die 1. Prüfung abverlangt, die mit Bravour gemeistert wurde. Schon 1994 wollte der Chor in Werl die 2. Stufe meistern. Dieses Ziel wurde nur knapp verfehlt, aber im Juni 1996 wurde auch diese Prüfung letztendlich in Hamm bestanden. Nun war der Chor wiederum einmal, wie in Jahre 1952, zur höchsten deutschen Sängerprüfung, dem Meisterchorsingen berechtigt. Das der Chor diese Meisterprüfungen im Jahre 1998 in Moers “nur” mit allesamt guten Ergebnissen abschloss mag auch an der Vielzahl der Auftritte liegen, die durch die Doppelverpflichtung als M.G.V “Frohsinn” und als Kirchenchor gegeben sind.

Denn auch die vielen sonstigen Auftritte wurden in dieser Zeit nicht vernachlässigt. So war der Chor jederzeit zu den kirchlichen Festmessen wie selbstverständlich zugegen. Auch bei die Feierlichkeiten in der Gemeinde und bei den Jubiläen zeigt der Chor Präsenz.

Ebenso wurde im Oktober 1996 das schon traditionelle jährliche Konzert der Lembecker Chöre vom Chor ausgerichtet. Als Solist konnte man den Bassisten Christoph Stegemann gewinnen. Zum Schlusslied entwickelte der Chor schon theatralische Qualitäten, die sie im “Trinklied” von o. Nicolai entsprechend umsetzten.
„Generationenwechsel, die 1.“
“Es wäre Zeit für die jüngere Generation” meinte der 1. Vorsitzende des M.G.V. “Frohsinn” Paul Weiß bei der Generalversammlung im Jahre 1998. Die Führung wurde Andreas Heiming übertragen. Bei dieser Versammlung gab die Mehrheit der Vorstandsmitglieder ihr Amt an eine junge Generation weiter.

Der 27. Dezember 1998 erwies sich als ein vortreffliches Datum für ein Weihnachtskonzert in Lembeck. Die Mischung aus Lembecker Chören und Solisten sowie die glockenhelle Sopranstimme von Petra Krause mit Unterstützung ihres Mäzenen Prof. Leifeld wusste den Besuchern zu gefallen.Am 26. September 1999 Konzert veranstaltete der Chor wiederum das Konzert der Lembecker Chöre. Gleich zwei Solisten gaben diesmal dem Publikum einen Auszug aus der Musikwelt. Die Sopranistin Petra Krause und der Bariton Hendrick Richter überzeugten z.B. im Duett Papageno, Papagena aus der Zauberflöte, so das ihnen frenetischer Applaus entgegengebracht wurde.
Aber auch die gesamten Chordarbietungen und die erstmalig durchgehende Moderation des Konzertes erbrachten selbst in der Presse ein gutes Echo.

Die Reihe der “Schlosskonzerte” wurde am 23. Oktober 1999 mit der Sopranistin Petra Krause und Klarinettist Tim Kieselhofer und am 27 Oktober 2002 mit der Sopranistin Julia Huntgeburth und dem Klarinettisten Gordon Krampe fortgesetzt. Auch diese romantischen Liederabenden fanden viel Gefallen, aufgrund des hervorragenden Könnens der Solisten als auch bei den Darbietungen des Chores. Das Ambiente des Schlosses ist für diese Liederabende ein hervorragendes Umfeld.
Im Jahr 2001 gab es in der St. Laurentius Pfarrkirche wieder ein vorweihnachtliches Konzert. Als Solistin gab Julia Huntgeburth diesem Konzert einen besonderen Glanzpunkt.

Der Präses des Kirchenchores Pfarrer Theo Webbeler verstarb überraschend am 23. Oktober 2002. Bei der Beerdigung in Everswinkel am 29. und am Trauergottesdienst am 30. sang der Chor einige Lieder.

Im Juli 2003 verließ Pfarrer Dr. Johannes Kreier die Gemeinde Lembeck, so das Pastor Crämers auch das Amt des Präses übernahm.

Im Oktober 2003 veranstaltete der M.G.V. “Frohsinn” das Konzert der Lembecker Chöre unter dem Motto “Im Wunderland der Lieder”. Als Solisten gaben die Altistin Petra Krause und die Sopranistin Izabela Truhan-Blaut einen Auszug aus der Welt der Operetten.

Ab Februar 2004 hat der Chor wieder einen neuen Präses und die Gemeinde St. Laurentius Lembeck wieder einen neuen Pfarrer. Zur Amtseinführung sangen wir dem Pfarrer Alfred Voss sowohl bei der Messe als auch beim Empfang im Pfarrheim einige Lieder.
„Generationenwechsel, die 2.“
Im März 2004 übergab Hans Kölnberger das Amt des 1. Vorsitzenden des Kirchenchores an Werner Holtgreve weiter. 40 Jahre hatte er es verstanden die Belange des Kirchengesangs in vortrefflicher Weise zu vertreten.
Er wurde in dieser Generalversammlung zum Ehrenvorsitzenden des Kirchenchores gewählt.
Im Jahr 2005 wurde das große Doppeljubiläum gefeiert. 125 Jahre Kirchenchor und 100 Jahre MGV „Frohsinn“ Lembeck gaben sicherlich einen guten Grund ausgiebig sich zu präsentieren.
Im Mai erhielt der MGV „Frohsinn“ die Zelterplakette, eine Auszeichnung des deutschen Chorverbandes für Chöre die 100 Jahre nachweisen können. In Olpe konnte der Vorsitzende Andreas Heiming diese Auszeichnung entgegen nehmen. Im Juni ehrte der Diozäsanverband dann den Kirchenchor mit einer Medaille. Im Rahmen eines Dekanatssingens startete das große Jubiläumsprogramm am 18. Juni 2005 in der eigens dafür hergerichteten Reithalle. Unser Vorsitzender Werner Holtgreve konnte alle Kirchenchöre des Dekanates Dorsten-Nord begrüßen. Nach einer Messe wurde dann noch ein Konzert der Kirchenchöre gegeben. Eine Woche später fand das 77. Singen der Sängergruppe Hohe Mark ebenfalls in der Reithalle statt. Nach einem Massenchorsingen auf der Lembecker Freitreppe zogen die Chöre unter musikalischer Begleitung des Spielmannszuges Lembeck und der Blaskapelle Harmonie zur Reithalle, wo neben dem Konzert auch für das leibliche Wohl gesorgt war.
Im September gaben wir ein Jubiläumskonzert in der Aula der Ursulienen am Nonnenkamp in Dorsten.<
Neben befreundeten Chören, dem MGV 1948 Hervest-Dorsten, der Borkener Sängervereinigung, dem Männerchor Vreden, dem MGV Viktoria Harl-Hüls und dem Männerquartett Sterkrade-Heide wusste vor allem der Solist Stefan Lex die Zuhörer in seinen Bann zu schlagen. Nicht zuletzt die Romreise ließen dieses Jubeljahr zu etwas Unvergessslichem werden. Hier sang der Chor sowohl bei der Vigilfeier als auch bei der Seligsprechung von Kardinal von Galen im Petersdom.
In jüngerer Zeit hat es sich der Chor zur Aufgabe gemacht Konzerte als Kontakte zu anderen Chören und Musikvereinen auszugestalten. So wurde das Weihnachtskonzert 2007 nicht nur mit den Lembecker Chören veranstaltet, sondern die Gruppe Kontakte und auch der Gospelchor Enjoy aus Rhade bereicherten mit anderen Kllängen dieses Konzert. Besonders das Weihnachtskonzert mit der Blaskapelle Harmonie und dem Spielmannszug Lembeck war ein Klangerlebnis der ganz anderen Art.
2008 war es wieder mal an der Zeit ein Schlosskonzert mit Solisten, die von Prof. Leifeld aus Herne angeleitet werden zu geben. Diese Schlosskonzertreihe lebt von der besonderen Atmosphäre, die der Schlaunsche Saal des Schlosses den Aktiven und den Zuhörern gibt.
Haben Sie schon einmal gehört, dass ein Chor mit einem Spielmannszug zu Weihnachten singt? Wir auch nicht. Gerade deshalb haben wir im Dezember 2009 das Experiment gewagt mit dem Spielmannszug Lembeck und der Blaskapelle Harmonie Lembeck ein gemeinsames Weihnachtskonzert zu geben. Besonders der kleine Trommelmann, den unser Chor mit dem Spielmannszug vortrug war ein musikalisches Erlebnis.
Im September 2010 stellte sich der Chor erneut einer Leistungsaufgabe. Wie bei den Leistungssingen auch, wurde der Chor beim Volkslieder-Pokalsingen in Waldfeucht von einer Jury des Deutschen Chorverbandes bewertet.
Mit guten Leistungen errang man einen silbernen Pokal. Als Besonderheit dieses Singens wurde unserem Chorleiter als Anerkennung für seine Leistung ebenso ein eigener Pokal überreicht. Zu diesem Singen hatten wir mit dem Borkener Chor eine Fahrgemeinschaft gebildet. So wurde alleine schon die Hin- und auch die Rückfahrt zu einem gesangfeudigem Ereignis.

Die Don-Kosaken in Lembeck
Im Februar 2011 war die Lembecker Kirche voll – ja fast aus den Nähten platzend. Wir hatten die Don-Kosaken (Serge Jaroff) engagiert. Zwar waren wir bis auf das gemeinsame Lied (Ich bete an die Macht der Liebe) „nur“ Vorprogramm, dennoch zeigte dies Konzert, dass der Chor Kulturträger und Kulturbringer der Gemeinde Lembeck ist.

Unser Ehrenvorsitzender des Kirchenchores verstarb im März 2011. Hans Kölnberger war ein Kirchenchorsänger durch und durch. Aufgeschlossen für neuere Kirchenlieder, aber auch den Traditionen verbunden. So waren ihm die lateinischen Messen und der gregorianische Gesang eine Herzensangelegenheit. Die Beerdigung führte die Sänger, leider aus traurigem Anlass, wieder einmal vollständig zusammen.
Ein weiteres Feld der Bekanntmachung von Chor und Lied wurde mit dem Offenen Singen im Mai 2011 bestritten.
Vor der Kirche wurde nach dem Sonntagshochamt zum Volkslieder – Singen eingeladen. Man hatte für die Bewirtung der Gäste Stenen Hues gewinnen können. Trotz des durchwachsenen Wetters kam diese Art bei den Sängern und bei den mitsingenden Publikum gut an.

2011 war ein einschneidendes Jahr in Lembeck, wie auch beim Chor. Die eigenständigen Gemeinden Wulfen, Wulfen-Barkenberg. Deuten, Rhade und Lembeck wurden zu einer Seelsorgeeinheit im Juli zusammengeführt.
Alle Kirchenchore dieser Gemeinden sangen als großer Gesamtchor bei der Feier im Schlosspark.
Unser Chorleiter hatte sich im Juni so verletzt, dass er bis August ausfiel. In dieser Zeit haben wir den Chorleiter des MGV „Cäcilia“ Rhade; Herrn Franz-Josef Bieling, als Ersatzdirigenten gewinnen können. Die Zusammenarbeit mit ihm funktionierte reibungslos, so dass wir beim Chorkonzert im Oktober neben den Lembecker Chören auch den Rhader Männerchor eingeladen hatten. Wir traten dann sowohl unter dem Dirigat von unserm Chorleiter Bernhard Wolthaus, wie auch unter Franz-Josef Bieling auf.
Eine weitere Zusammenarbeit besteht auch mit dem MGV 1921 Deuten. Und somit sangen wir mit den Rhader Sängern wieder beim Gruppensingen Hohe Mark im April 2012 ein gemeinsames Lied und im Mai unterstützten wir den MGV Deuten beim Schützenfest. Diese Chor-Verbindungen möchte der Chor auch weiterhin aufrecht erhalten, ist aber auch neuen Kontakten immer aufgeschlossen.
Unser Pastor, der nach der Einführung der Seelsorgeeinheit nun mehreren Gemeinden voransteht, feierte im Juni 2012 sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Hier empfingen wir die Rhader Sänger wieder in unseren Reihen und konnten so verstärkt auch zum Feste beitragen.
Ein großes und seltenes Jubiläum konnte unser Dirigent Bernhard Wolthaus am 2. September 2012 begehen. 60 Jahre Organist und Dirigent des Kirchenchores St. Laurentius Lembeck. Selbstverständlich war „sein“ Chor beim Dankgottesdienst und beim anschließendem Empfang im Pfarrheim zur festlichen Gestaltung mit verschiedenen Liedern dabei.

Allgemeines
Nicht alle aufzuzählen sind die Aktivitäten des Chores innerhalb der Gemeinde aus den verschiedensten Anlässen. Einige wichtige Auftritte seien hier nur angeführt.
Der Chor singt am Ehrenmal zu den Schützenfesten, zu Ständchen für aktive Sänger und Ehrenmitglieder zu verschiedenen Anlässen, Weihnachts und interne Feiern, Singen auf Altenfeiern und Pfarrfesten. Hauptaufgabe des Kirchenchores ist aber die Pflege und Ausführung der Kirchenmusik. Diese kirchenmusikalischen Aufgaben bestehen in der feierlichen Gestaltung von Gottesdiensten, Andachten, Prozessionen und vielen anderen Feierlichkeiten. Insbesondere aber werden an den hohen Festtagen die Festhochämter durch die Darbietung des gregorianischen Chorals und mehrstimmigen lateinischen Messen gestaltet.

Das Patronatsfest der hl. Cäcilia wird jedes Jahr mit einer Messe für die lebenden und Verstorbenen des Kirchenchores begangen. Eine Weihnachtsfeier, wozu auch die Frauen der Sänger eingeladen sind, gehört ebenfalls zum festen Bestandteil des Chores.

Der Kirchenchor hatte seit der Gründung bis 1975 im Gasthaus Bernhard Sprenger sein Vereinslokal, das nach dem Umbau des Hauses 1976 das „Alte Brauhaus“ war. Der M.G.V. “Frohsinn” probte in der Gaststätte Stegemann, bis im Jahre 1991 das endgültige Aus für die Gaststätte kam. Vom zusammenschluss der Vereine im Jahre 1972 wurde somit an wechselnden Orten geprobt. Der Wechsel der Vereinswirtin vom “alten Brauhaus” in die ehemalige Gaststätte Cosanne als “Köster´s Stuben” nahm der Chor ebenfalls zum Anlass die Proben dorthin zu verlegen. Bis 2003 probte der Chor dann in der Gaststätte “Köster´s Stuben”. Ein Wechsel der Vereinswirtin hatte zur Folge, dass der Chor sich endgültig für das Pfarrheim als Probeort entschloss. Dem Chor aber treu geblieben ist in vielen Jahren „unsere“ Bedienung Renate. Sie wechselte mit dem Chor von der Gaststätte Stegemann bis hin zur Bedienung im Pfarrheim, wo sie uns Sänger nun donnerstags im Wechsel mit ihrer Tochter Steffi das kühle Nass reicht.

Die traurigste Pflicht eines Chronisten ist das Gedenken an die vielen lieben Verstorbenen, denen die Sänger des Chores in all den Jahren am offenen Grab ein letztes Lied sangen. Nur einige wenige wurden namentlich in dieser Chronik erwähnt, aber es waren viele, die sich um den Kirchenchor und den M.G.V. “Frohsinn” verdient gemacht haben. Alle mögen ruhen in Frieden.

Als Resume der letzten 50 Jahre lässt sich für den Chor folgendes sagen:
Sicherlich ist es eine erfreuliche Tatsache, das Deutschland unmittelbar nicht mehr unter neueren Kriegseinwirkungen zu leiden hatte. Aber die fortschreitende Entwicklung zur materiellen Gesellschaft brachte zugleich das ”Vergessen” der alten Strukturen und Traditionen.
Der passive Musikgenuss beschallt die Jugend. Die musischen Dinge selbst zu gestalten, tritt in den Hintergrund, ja oftmals in Vergessenheit.

Mögen sich immer wieder genügend stimmbegabte junge Männer diesem Chor anschließen; denn der M.G.V. ”Frohsinn” und der Kirchenchor St. Laurentius müssen ihre kulturelle Arbeit fortsetzen und als musikalischer Kulturträger der Heimatgemeinde erhalten bleiben.