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Midlicher Mühle als Jugendherberge geschlossen

Lembeck – Bereits im Dezember sickerte die Nachricht durch, dass der bisherige Pächter, die Kirchengemeinde Westerholt, den Pachtvertrag für die beliebte Midlicher Mühle spontan beendet hat.

Foto © : Frank Langenhorst – Lembeck.de

Normalerweise würde der Pachtvertrag des als Jugendherberge genutzten Gebäudes noch 4 Jahre laufen und die Kündigung war aus finanziellen Gründen erfolgt. Der Eigentümer der Midlicher Mühle, Ferdinand Graf von Merveldt war von dieser plötzlichen Kündigung überrascht und teilte der Dorstener Zeitung mit, dass „die Kirchengemeinden einen sehr engen Finanzplan haben und sich den Luxus, eine mehr als 400 Jahre alte Mühle in der Lembecker Bauernschaft Beck als Übernachtungsmöglichkeit und Treffpunkt für Jugendgruppen zu pachten, offenkundig den kirchlichen Etat zu sehr strapaziert“.

Ein historisches Gebäude mit Geschichte

Foto: Lembeck.de – Frank Langenhorst

Die Midlicher Mühle ist in der „Herrlichkeit Lembeck” gelegen, auf der Beck, im Wiesental, in das der Midlicher-Bach eingebettet liegt: ein landschaftliches Kleinod.

Das Tal gibt nach Norden den Blick frei auf die Höhenzüge der „Hohen Mark”, die ungeahnte Möglichkeiten zu Streifzügen und Wanderungen bieten. Das Landschaftsbild der „Herrlichkeit Lembeck” hält Schönheiten in selten großer Vielfalt bereit.

Die Mühle steht im Eigentum des Grafen Ferdinand Merveldt, der auf Schloss Lembeck wohnt. Der genaue Zeitpunkt der Erbauung der Mühle ist nicht mehr nachzuweisen, aber ein an der Ostseite des Hauses angebrachter Stein bezeugt, dass die Mühle schon 1557 bestanden haben muss, denn dort heißt es: „1557 kostete ein Scheffel Roggen einen Goldgülden.“

1959 wurde die Mühle zu einem Jugenderholungsheim umgebaut und lange Jahre von Pfr. Winkelhues gestaltet und verwaltet.

Die bisherige Ausstattung als Jugendherberge

Es gibt in der Mühle zwei große Schlafräume für die Jungen und Mädchen mit jeweils einem kleinen Zimmer für die Betreuer mit insgesamt 45 Schlafmöglichkeiten.

In den Schlafräumen sind keine Schränke vorhanden, wohl aber Möglichkeiten, die Koffer abzustellen. Die Betten sind mit guten Matratzen ausgestattet.

Die sanitären Einrichtungen sind klein, aber ausreichend. Für die Jungen und Mädchen sind jeweils zwei Toiletten, zwei Waschbecken und zwei Duschen vorhanden. Außerdem ist noch das Zimmer der Leiterinnen mit einem eigenen Waschbecken ausgestattet.

Die Putzmittel für die sanitären Einrichtungen und Toilettenpapier müssen Sie selber mitbringen.

Der Speiseraum ist mit Tischen und Sitzmöglichkeiten für 45 Personen ausgestattet und eignet sich auch mit seinen großen Tischen als Raum für alle Aktivitäten, die an Tischen stattfinden können. Die kleine Küche ist eingerichtet mit einer gemütlichen Eckbank, einem großen Herd mit sechs Platten und einem Backofen, einem Kühl-/Gefrierschrank und einer Spülmaschine.

Überlegungen zur neuen Nutzung

Ferdinand Graf Merveldt
Ferdinand Graf von Merveldt

Graf von Merveldt bedauert die Kündigung des Pächters, trotz andauernd hoher Nachfrage zur Nutzung als Jugendherberge. Er benennt aber auch die Kostentreiber zur Unterhaltung der Mühle: „unsere Bau-, Denkmalschutz- und Sicherheitsvorschriften verursachen ständig höhere Kosten und die Räumlichkeiten lassen sich nicht einfach den Erfordernissen anpassen.“

Das Aus als Nutzung für Jugendgruppen scheint damit besiegelt zu sein und Graf Merveldt plant eine private Nutzung unter Berücksichtigung rentabler Renovierungskosten.

Seit dem Krieg wurde die Midlicher Mühle für die kirchliche Nutzung von Jugendlichen und anderen Gruppen verpachtet. Angefangen beim Mühlenverein über Neues Deutschland. Die Kirchengemeinden in Südlohn, Kamp-Lintfort und bis zum Schluss Herten-Westerholt.

Die historische Örtlichkeite war bei Allen sehr beliebt und Graf Merveldt dankte den Betreuern, „die mit viel Engagement und persönlichem Einsatz von Ehrenamtlichen und Priestern die Mühle fit gehalten haben.

20.01.2021 – Ferdinand Graf von Merveldt, Dorstener Zeitung und Lembeck.de

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