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Lembecker Drohnen-Experten retten Rehkitze

Lembeck – Matthias Gerling und Thomas Sprenger haben die Firma „S & G Drohnenaufnahmen“ gegründet und sind nicht nur für Rehkitz-Rettungen die richtigen Ansprechpartner. Ob Luftaufnahmen, Inspektionsflüge oder eine Thermografie von Solar- und Photovoltaikanlagen, die richtige Drohne und das entsprechende Knowhow haben die beiden Lembecker.

Auf gar keinen Fall anfassen! So lautet der Appell an alle, die beim Spaziergang ein Rehkitz am Waldrand oder auf einer Wiese liegen sehen. Denn meist ist das Muttertier in unmittelbarer Nähe und holt sein Kleines auch ganz sicher wieder ab. Es sei denn, ein Mensch hat es berührt. Dann riecht es fremd, die Mutter nimmt es nicht mehr an und es verhungert innerhalb kürzester Zeit. Aber manchmal muss der Mensch doch eingreifen. Nämlich dann, wenn die alljährliche Grasmahd ansteht. Ansonsten kann es für die kleinen Tiere sehr schnell sehr gefährlich werden.

„Die Überlebensstrategien der Tiere und ihrer Jungtiere sind von Art zu Art verschieden. Manche flüchten, manche verstecken sich. Hierzu zählen insbesondere junge Hasen und Rehkitze. Sie flüchten auch nicht, wenn sich laute Maschinen annähern. Hinzu kommt, dass diese mit so hoher Geschwindigkeit mähen, dass kein Tier mehr ein Chance zur Flucht hat, egal wie schnell es laufen kann. Daher gilt es, die Tiere vorher in Sicherheit zu bringen,“ sagt Reinhold Bergjürgen, 1. Vorsitzender des Hegering Haltern am See. Also haben sich Landwirte und Jägerschaft auch in diesem Frühjahr zusammengetan und über die Dauer mehrerer Wochen eine Aktion zur Rehkitz-Rettung gestartet. Das Besondere dabei: Dieses Mal fand die Begehung der Felder das erste Mal per Drohne statt.

Vom Land NRW gefördert, ist die Kreisjägerschaft Recklinghausen seit diesem Jahr im Besitz einer Drohne mit Wärmebildkamera. Diese können sich die Hegeringe der Städte im Kreis für die Kitzrettung ausleihen. Doch einfach so losfliegen? Das geht leider nicht, wie Matthias Gerling weiß. Mit seinem Unternehmen S&G Drohnenaufnahmen aus Lembeck unterstützt er Jäger und Landwirte bei Rehkitzrettung und schult sie im Umgang mit den Drohnen.

„Zuverlässiges, professionelles und zügiges Arbeiten ist bei der Rehkitzrettung ein Muss. Denn hier spielen viele verschiedene Faktoren ineinander, damit der Einsatz erfolgreich verläuft. Es geht darum, die Tiere über die Wärmesignatur deutlich zu identifizieren, einzusammeln und an einer sicheren Stelle wieder auszusetzen. Dann muss der Landwirt zügig mit dem Mähen beginnen, damit die Kitze nicht wieder zurück aufs Feld laufen,“ erklärt der Drohnenexperte. Keine Frage, dass dabei jeder Handgriff sitzen muss.

Hinzu kommt, dass der Umgang mit der Drohne nicht nur den Besitz eines Drohnenführerscheins, sondern auch einiges an Übung erfordert. „Darum führen wir die Jäger, die sich für die Kitzrettung aus der Luft interessieren, langsam an die Drohne heran. Wir erklären ihnen die Technik und leiten sie in der Praxis an. Dafür nehmen wir sie unter anderem erst zu ein paar Einsätzen als Helfer mit, um ihnen den Ablauf einer Rettungsaktion zu zeigen. Später können sie sich dann selbst mit der Drohne ausprobieren. Dabei schauen wir ihnen so lange über die Schulter, bis sie den Umgang mit der Technik sicher beherrschen,“ sagt Matthias Gerling.

Einer der Drohnen-„Lehrlinge“ ist Jan Backmann. Der Jungjäger aus dem Hegering Haltern

fand die Rehkitzrettung mit der Drohne schon länger interessant und war sofort dabei, als Matthias Gerling einen Infoabend zum Thema anbot. „Danach durfte ich mich unter Anleitung von Matthias im Drohnenflug üben und gemeinsam mit ihm erste Flächen abfliegen. Als ich nach ein paar Einsätzen sicherer im Fliegen war, habe ich mich auch allein um Flächen gekümmert,“ erzählt er.

Im Unterschied zu herkömmliche Methoden hat der Einsatz von Drohnen gleich mehrere Vorteile. „Das Absuchen der Flächen ohne Drohne erfordert sicher vorstehende Jagdhunde, viele Personen und vor allem ausreichend viel Vorlaufzeit zum Absuchen. Drohnen mit Wärmebildkameras sind da schneller und effektiver. Bei ausreichender Temperaturdifferenz, zum Beispiel am frühen Morgen, können selbst kleine Junghasen sicher geortet und geborgen werden. Gleiches gilt für brütende Wildtiere, um die dann ein Grasgürtel bis zum Ende der eigentlichen Brut verbleiben kann. Hinzu kommt noch die geringere Gefährdung der suchenden bzw. bergenden Personen vor den immer häufiger werdenden Zecken, die insbesondere an hohen Gräsern auf ihre Opfer warten,“ so Reinhold Bergjürgen.

Wichtig sei zudem, dass die Landwirte ihre Felder trotz vorherigen Absuchens von innen nach außen mähen, erklärt der erfahrenen Jäger. „Wildtiere flüchten nicht gerne über offene Bereiche, wozu auch frisch gemähte Flächen zählen. Beim Mähen von außen nach innen werden mit hoher Geschwindigkeit offene Flächen um die bewachsene Innenfläche geschaffen, so dass die Tiere sich mehr und mehr in der Mitte aufkonzentrieren und damit dann dem Schicksal nicht mehr entgehen können.“ So stellt das Mähen von außen nach innen gemäß dem neuen Landesnaturschutzgesetz NRW (§4 Abs. 1) sogar eine Ordnungswidrigkeit dar.

Dank des Einsatzes vieler engagierter Menschen konnten in Haltern über 40 Rehkitze, etliche Hasen, einige Fasane und sogar ein Gelege des seltenen Brachvogels gerettet werden – und das an nur einem Wochenende.

Die Firma S & G Drohnentechnik ist ab sofort mit allen Kontaktdaten und weiteren Infos im Branchenverzeichnis von Lembeck.de zu finden.

26.06.2021 – S & G Drohnentechnik + Lembeck.de (Frank Langenhorst)

 

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Als gebürtiger Ur-Lembecker betreibe ich seit 2001 die Seite Lembecker.de, die ich im November 2018 mit der Domain Lembeck.de verknüpfen konnte. Die besondere Dynamik unseres Ortes und das funktionierende Miteinander sind der Motor für viele Arbeitsstunden am Projekt.

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