Aufruf zum Mitmachen – Die Heide und ihre Artenvielfalt

Kreis Recklinghausen. Die Heidelandschaften mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt stehen im Mittelpunkt eines Aufrufs zur Erfassung der Artenvielfalt.

„Über die Heide sind wir gegangen …“ schrieb schon Hermann Löns in einem Gedicht über diese einzigartige Natur. Interessierte Naturbegeisterte im Kreis Recklinghausen sind nun aufgefordert, die Heidelandschaften im Rahmen der Arten-Olympiade 2025 zu erforschen. Dabei können neben Heidekräutern viele weitere Pflanzen- und Tierarten entdeckt werden. Ziel des Aufrufs ist es, Fotos von der Landschaft und ihren Pflanzen und Tieren darin zu machen und diese Fotos bei Observation.org hochzuladen oder in der App „ObsIdentify“ oder „Observation“ zu melden. So können Naturinteressierte einerseits etwas über die Natur lernen und gleichzeitig erheblich zur Erforschung dieses Landschaftstyps beitragen. Deshalb ruft die Biologische Station Kreis Recklinghausen zusammen mit der Naturbeobachtungsplattform Observation.org und den regionalen Partnern zum Beobachten und Melden auf.

Heide ist nicht gleich Heide. Typische Zwergsträucher der Heidelandschaften werden oft umgangssprachlich Heide genannt. In der Ökologie versteht man unter Heidelandschaften Vegetationstypen des Offenlandes, die durch niedrige Zwergsträucher wie z. B. Besenheide, Heidelbeere und Preiselbeere mit immergrünem, hartem Laub geprägt sind. Es gibt trockene Heiden, Feucht- und Naßheiden und natürlich zusammen mit der Heide vorkommende Vegetation wie z.B. Borstgrasrasen und Silikatmagerrasen. Bekannte Heidelandschaften sind die Lüneburger Heide in Niedersachsen, die Colbitz-Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt, die Senne in Nordrhein-Westfalen oder die Schorfheide in Brandenburg. Im Kreis Recklinghausen ist z.B. die Westruper Heide in Haltern am See zu nennen.

„Die Westruper Heide ist, wie viele hiesige Heiden, ein kulturhistorisches Zeugnis für die in Nordwestdeutschland ehemals verbreitete Heidewirtschaft. Besonders im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren durch Waldbeweidung, Plaggenhieb und Streunutzung weitläufige Heiden entstanden. Mit der Industrialisierung und der Erfindung des Kunstdüngers verlor die Heide schließlich an Bedeutung“, so Heike Kalfhues, Mitarbeiterin der Biologischen Station Kreis Recklinghausen. „Heute gibt es nur noch wenige dieser von Nährstoffarmut geprägten Lebensräume. Daher sind die verbliebenen Heidelandschaften unbedingt wert, erhalten und gepflegt zu werden. Sie bieten zahlreichen, heute gefährdeten Tier- und Pflanzenarten wie der Schlingnatter, der Heidelerche oder der Zauneidechse noch eine Heimat. Bei den Erkundungstouren durch Naturschutzgebiete wie die Westruper Heide ist daher unbedingt darauf zu achten, die Wege nicht zu verlassen und Hunde an der Leine zu führen“, legt Kalfhues den Heidebesuchern ans Herz und ergänzt: „Am 24. August ist übrigens Heidetag in der Westruper Heide. Besucher erwartet hier ein vielfältiges Informationsangebot über diese besondere, dann in Blüte stehende Landschaft.“Beobachtungen von allen Meldenden tragen zur Erforschung des Lebensraumstypes Heide mit seinen speziellen Tier- und Pflanzenarten bei.

Hintergrund
Bei der Arten-Olympiade 2025 können alle Interessierten mitmachen: Über das gesamte Jahr hinweg gilt es, Pflanzen, Pilze und Tiere zu beobachten und zu fotografieren. Die Aufnahmen werden anschließend auf dem bürgerwissenschaftlichen Portal Observation.org oder über die Apps ObsIdentify und Observation hochgeladen. Die gesammelten Daten fließen in den Naturschutz und in die wissenschaftliche Forschung ein. Für Interessierte stehen Informationen zu dem Projekt „Arten-Olympiade 2025“ auf der Website bereit: http://www.arten-olympiade.lwl.org

Fragen beantwortet:

Biologische Station Kreis Recklinghausen e.V.
Frau Heike Kalfhues
Tel: (02369) 77505
Email: kalfhues@biostation-re.de

Foto
Besenheide © Heike Kalfhues