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Schloss Lembeck (Wasserschloss Lembeck)

Das Wasserschloss ‚ÄúSchloss Lembeck‚ÄĚ in 46286 Dorsten-Lembeck

Schloss Lembeck am 13. Juni 2009. Foto: Lembecker.de ‚Äď Frank Langenhorst

Umgeben von W√§ldern, Wiesen und offenen Feldern des Naturparks Hohe Mark liegt unser Wasserschloss Lembeck. Die barocke Anlage schuf ein unbekannter Baumeister Ende des 17. Jahrhunderts ganz im Stil seiner Zeit aus einer alten Burg. Beim Hause Lembeck lag bis 1803 eine Untergerichtsbarkeit, eine Unterherrlichkeit des Stiftes M√ľnster. Davon ist die Bezeichnung ‚ÄúHerrlichkeit Lembeck‚ÄĚ abgeleitet.

Bauherren des Schlo√ües waren die Herren von Westerholt-Hackfurt, Nachfolger der Familie Lembeck. Mit Dietrich Conrad Adolf starb das Geschlecht in m√§nnlicher Linie aus, und durch die Heirat seiner Tochter ging Lembeck an die Familie von Merveldt √ľber. Sie besitzt das Schlo√ü noch heute. Das ber√ľhmteste Mitglied der Familie d√ľrfte Reichsgraf Maximilian Friedrich von Merveldt gewesen sein, der sich in der V√∂lkerschlacht von Leipzig auszeichnete und sp√§ter Staatsmann in √∂sterreichischen Diensten war.

N√§hert man sich dem Schlo√ü √ľber die 200 Meter lange Allee, so blickt man durch die gesamte Schlo√üanlage hindurch. Die Ost-West-Achse von etwa 500 Meter L√§nge wird perspektivisch von Obelisken und Torb√∂gen, von Architektur und Natur, von Licht und Schatten locker gegliedert, bis sie sich am anderen Ende im Park verliert. Die Geb√§ude ‚Äď Vorburg und Hauptburg ‚Äď stehen auf Inseln in einem rechteckigen ‚Äď 190 Meter langen und 160 Meter breiten ‚Äď Teich und sind durch einen Damm verbunden.

Diese vollendete Konzeption ist in Westfalen einmalig. M√∂glicherweise erhielt der unbekannte Architekt die Anregungen f√ľr diese im Barock selten anzutreffende L√∂sung vom Wiener Schlo√ü Sch√∂nbrunn, das Fischer von Erlach 1692 entwarf. Den Eingang zur Vorburg s√§umen mehrere gequaderte Sandsteinpfeiler mit Figurennischen und Siegestroph√§en. Gekr√∂nt werden sie von wappentragenden L√∂wen. Aus der schlichten Fassade der Vorburg, die in 110 Meter Breite aus dem Wasser steigt, hebt sich nur das Torhaus hervor. Es zieht den schweifenden Blick auf sich und lenkt ihn schlie√ülich wieder auf die Hauptachse zur√ľck.


Informationen zu Veranstaltungen und Ansprechpartner / Kontaktadressen finden Sie auf: www.schlosslembeck.de
Tel.: 0 23 69 / 7167 ‚Äď Fax: 0 23 69 / 7 7391 ‚Äď Mail: schloss-lembeck@t-online.de

 


Eine weitl√§ufige symmetrische Gesamtanlage, links das Hauptschlo√ü und rechts den Gro√üteil der Vorburg aus s√ľd√∂stlicher Richtung. Der dritte (Nord-) Fl√ľgel der Vorburg brannte 1887 ab. Foto: Archiv Lembeck.de

 

 

Die Vorburg war dreifl√ľgelig gebaut, jeweils mit einem Turm an den Ecken. Der n√∂rdliche Fl√ľgel brannte im Jahre 1887 ab, so da√ü das heute in eine Gartenanlage umgewandelte innere Karree nur noch von zwei Fl√ľgeln begrenzt wird. Ein Schlu√üstein mit Wappen √ľber der Tordurchfahrt zeigt das Jahr 1692 an.

Hinter dem gartengeschm√ľckten Hof liegt, durch einen Wasserarm abgetrennt, die Hauptburg. Die schlicht wirkende dreigescho√üige Hauptfa√üade trug einst eine in den Putz eingearbeitete Quaderung. Es war ein Kunstgriff, mit dem man die Spuren der verschiedenen Ba√ľpochen zu verbergen suchte. Dennoch werden Grundri√ü und unterschiedliche Fensterh√∂hen verraten haben, da√ü Schlo√ü Lembeck nicht aus einem Gu√ü entstanden ist.

Schloss Lembeck bei Nacht. Foto: Dominik Risthaus

Im 14. Jahrhundert stand an der Stelle des heutigen Schlo√ües eine sogenannte Motte (Turmh√ľgelburg) in Sumpf und Wasser. An diese erste, nur aus einem Turm bestehende Burg auf einem H√ľgel wurde nach Norden hin ein Zweikammerhaus angebaut. Der heute als Festsaal benutzte Raum d√ľrfte die Saalkammer gewesen sein. Durch Erweiterung nach Westen hin entstand im 15. Jahrhundert ein Dreikammerhaus mit einem Turm. Im 17. Jahrhundert schlie√ülich wurde das Bestehende durch die s√ľdlichen Bauten und zwei Pavillont√ľrme erweitert. Zugleich wurde egalisiert, das hei√üt, man gab dem Ganzen eine einheitliche Fa√üade. Schwerpunkt ist das zweigescho√üige Portal in gequadertem Sandstein. √úber einer Figurennische mit einer lebensgro√üen Madonna halten L√∂wen das kronengezierte Wappen der Lembeck-Westerholt und von der Recke.

Der Durchgang f√ľhrt in den kleineren Innenhof, der zum Park hin von zwei eleganten Br√ľckenpfeilern aus r√∂tlichem Back- und gelblichem Baumberger Sandstein begrenzt wird. Die Entw√ľrfe zu den lustigen wappenhaltenden Putten stammen von dem jungen Johann Conrad Schlaun (* 5. Juni 1695 in N√∂rde im F√ľrstbistum Paderborn; ‚Ć 21. Oktober 1773 in M√ľnster), dem Schlo√ü Lembeck viel von seiner Eleganz und Leichtigkeit verdankt. Das Erdgescho√ü wurde zu einem Restaurant ausgebaut, im Obergescho√ü befindet sich das Schlo√ümuseum.

Eine Freitreppe f√ľhrt √ľber die Terra√üe in eine kleine Halle, wo rechts ein 45 Meter langer Flur nach der einen Seite f√ľnf im Kabinettsystem angeordnete Zimmer und das Treppenhaus erschlie√üt. (Als Kabinettsystem bezeichnet man die aus Frankreich √ľbernommene Zimmerflucht in einer Achse.) Von der Halle aus nach der anderen Seite liegt der ebenfalls von Schlaun entworfene Festsaal mit sp√§tbarocker Au√ütattung.

Kamine, Bilder der Familie, gemalte Supraporten vor allem aber die zarten, schwungvollen Stuck-Rocaillen der Decke, die Sinnbilder der vier Jahreszeiten umrahmen, geben dem Raum Atmosph√§re. Das teilweise vergoldete Rahmenwerk an den Kaminen erinnert an den Speiseraum in Nordkirchen, die Stukkaturen gleichen denen im Gelben Appartement von Schlo√ü Augustusburg, Br√ľhl ‚Äď beide R√§ume wurden ebenfalls von Schlaun konzipiert. Vielleicht haben auch in Lembeck so ber√ľhmte Stukkateure wie Cuvillies, Morsegno und die Br√ľder Castelli mitgearbeitet.

Die W√§nde des langen Flures schm√ľcken fl√§mische Gobelins aus dem 17. Jahrhundert mit Darstellungen mythologischer Szenen Vitrinen mit feinem Porzellan aus Holland und Ostasien h√§ngen √ľber einem durchgehenden Kachelpaneel.

Das Holzrelief aus dem fr√ľhen 16. Jahrhundert mit der Darstellung des Abendmahles wirkt √§hnlich deftig wie das ber√ľhmte ‚ÄúSchinkenabendmahl‚ÄĚ in der Wiesenkirche zu Soest. Truhen, Geschirrschr√§nke (1693), fl√§mische Me√üingteller und eine ehemalige Kommunionbank aus geschnitzten fl√§mischen Schrankf√ľllungen (Ende des 16. Jh.s) vervollst√§ndigen die im Flur zusammengestellte Sammlung.

Das Heimatmuseum des Heimatverein Lembeck 1922 e.V. enthält ein Modell der Schloßanlage, Sammlungen von bäuerlichen Geräten und Gebrauchsgegenständen.

Alle anderen Salons sind mit Schlo√üinventar eingerichtet. Kulturhistorisch intere√üant sind auch die den Kaminen vorgesetzten gu√üeisernen √Ėfen. Im Turmzimmer ist die Vert√§felung aus Schauseiten von Truhen des Rokoko und Empire beachtenswert. Im kleinen Saal werden den Liebhabern alter M√∂bel das M√ľnzkabinett aus Antwerpen, der spanische Perlmuttschrank (17. Jh.) und das reichgemusterte, genagelte Parkett erfre√ľn. Besondere Rarit√§ten sind die gemalten Leinwandtapeten von 1760. Seltenheitswert hat der zweist√∂ckige holl√§ndische Geschirrschrank (1773), der ‚ÄúPrahlhans‚ÄĚ: auf sich verj√ľngenden Etagen mit Zinnspitzen pr√§sentiert er k√∂stliche Porzellane aus China und Pokale in einer √ľberw√§ltigenden Schau.

Auf den Resten einer Ritterburg aus dem 13.Jh. ist 1692 ist das heutige WasserSchlo√ü errichtet worden. Umbauarbeiten 1730 durch den westf√§lischen Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun. 1887 wurde durch einen Brand der n√∂rdliche Fl√ľgel der Vorburg zerst√∂rt.

Schloss Lembeck um 1890

 

Die Treppe zum Hotel im Innenhof des Schloss Lembeck um 1890

 

Der Schlossteich um 1890

 

Das Schlossmuseum

Obwohl das Schloss noch bis in Jahr 1960 bewohnt war, wurde das Schlossmuseum bereits im Jahr 1952 er√∂ffnet. Darin kann die wechselhafte Geschichte des Schlosses zur Zeit seiner Entstehung als Wehrturm im Jahr 1170 anhand von Schwertern und R√ľstungen entdeckt werden. Au√üerdem erleben Sie inmitten prunkvoller M√∂bel, prachtvoller Wandteppiche und Wandgem√§lde eine kurze Zeitreise ins 18. Jahrhundert, w√§hrend sich immer wieder wundersch√∂ne Ausblicke in den Park er√∂ffnen.

Die Merveldt-Galerie

Optional kann w√§hrend der F√ľhrungen auch die Merveldt-Galerie besichtigt werden, in der unter anderem auch die Trauungen stattfinden. Die Galerie wurde in der ehemaligen Schlossk√ľche eingerichtet und zeigt Werke des Malers HH Merveldt (1901 ‚Äď 1969). W√§hrend des 2. Weltkrieges fl√ľchtete der Maler ins Ausland, um der Entartung seiner Kunst durch das Naziregime zu vermeiden. Merveldt liebte die hellen Landschaften des Mittelmeerraumes und setzte sie in Stilleben, fig√ľrlichen Kompositionen und Portr√§ts in Gegensatz zu den herben und ged√§mpften Bildern des Nordens.

Besonders sehenswert

Der Schlaunsche Festsaal

Von dem bedeutensten Barockarchitekten Westfalens, Johann-Conrad Schlaun, wurde dieser Saal um 1730 eingerichtet.

Der Wittelsbacher Salon

Der letzte gro√üe Absolutist aus dem Hause Wittelsbach F√ľrstbischof Clemens-August von K√∂ln, dessen Portrait √ľber dem Kamin zu sehen ist, hat diesem Raum seinen Namen gegeben.

Historische Hintergr√ľnde

Die letzte Lembecker Erbin heiratete im Jahre 1526 in die Familie von Westerhold ein, sodass der Name erlosch.

Etwa ein Jahrhundert sp√§ter von 1670 bis 1692¬† lie√ü Dietrich Conrad Adolf von Westerhold-Hackfurt die Anlage zu einem der gr√∂√üten Wasserschl√∂sser des M√ľnsterlandes aus- und umbauen. Aus dem einstmaligen Wehrturm war ein repr√§sentatives Geb√§ude geworden, das wiederum 1730 durch den westf√§lischen Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun umgebaut wurde. Nach den Umbauarbeiten wurde westlich des Schlosses nach Entw√ľrfen von August Reinking ein Barockgarten nach franz√∂sischem Vorbild mit symmetrischen Wegeachsen angelegt.

Als Dietrich Conrad Adolf 1702 ohne männliche Nachkommen verstarb, heiratete seine Erbtochter den Wolbecker Drosten Ferdinand Dietrich Freiherr von Merveldt zu Westerwinkel. Bis heute befindet sich das Schloss im Besitz der Familie von Merveldt.

Museumsf√ľhrungen

Sie werden durch die herrlichen R√§ume des Schlosses gef√ľhrt, die im Stile des 17. und 18. Jahrhunderts eingerichtet sind. Informieren Sie sich hier √ľber ¬†Zeiten und Preise f√ľr die F√ľhrungen.

Heimatmuseum

F√ľhlen Sie sich bei einem Rundgang durch das Heimatmuseum zur√ľckversetzt in die ‚Äúgute, alte Zeit‚ÄĚ und werfen Sie einen Blick in das Leben der Landbev√∂lkerung in den vergangenen Jahrhunderten.¬†

Mit viel Liebe hat der Heimatverein Lembeck im Dachboden des Hauptschlosses alte Gerätschaften der vergangenen Zeit aus der Landwirtschaft und verschiedenen Handwerksberufen zusammengetragen.

F√ľhrungen in Deutsch und Plattdeutsch.

Weitere Informationen und Kontakt:
Heimatverein Lembeck e.V.

Der Schlosspark

Urspr√ľnglich als barocker Garten angelegt, wurde der Park im 19. Jahrhundert in einen englischen Garten umgewandelt. Aus diesem Grund k√∂nnen insbesondere im Sommer die verschiedenen, √ľberwiegend englischen Rosensorten bewundert werden.

Im Mai/Juni lockt dar√ľber hinaus die Rhododendronbl√ľte jedes Jahr unz√§hlige Besucher zu uns. Die Rhododendronkulturen wurden nach dem 2. Weltkrieg angelegt und halfen durch ihren Verkauf beim Wiederaufbau des Schlosses nach den schweren Bombensch√§den. Bis heute wachsen √ľber 250 verschiedene Rhododendren und Azaleen auf dem Schlossgel√§nde und verwandeln es jedes Jahr wieder in ein farbenfrohes Bl√ľtenmeer.

Nat√ľrlich beh√§lt der Park seine Attraktivit√§t in jeder Jahreszeit.Es beginnt mit der Krokus- und Narzissenbl√ľte im Fr√ľhling und endet im Herbst mit der Verf√§rbung der Laubbl√§tter. Insbesondere die zum Teil mehr als hundertj√§hrigen B√§ume bilden gemeinsam mit der Weite der Landschaft wundersch√∂ne Perspektiven.

Parkf√ľhrungen nur auf zweiw√∂chige Voranmeldung
mind. 10 Teilnehmer
Preis ohne Museum: 6 ‚ā¨ p.P.

Rhododendronbl√ľte

Von Mai bis Anfang Juni verwandeln die circa 150 verschiedenen Rhododendren den Schlosspark in ein farbenfrohes Bl√ľtenmeer.¬† W√§hrend dieser Zeit sind Park und Museum den ganzen Tag ge√∂ffnet.

Nat√ľrlich ist der Park das ganze Jahr √ľber einen Besuch wert.Im Fr√ľhjahr locken die Krokus- und Narzissenbl√ľte, im Sommer die vorwiegend englischen Rosen und im Herbst die bunten Laubb√§ume.

Grillplatz & Picknickwiese

Lust auf Grillen?

Wenn Sie Ihren Ausflug mit einem gem√ľtlichen Grill-Event abrunden m√∂chten, k√∂nnen Sie bei uns eine Grillh√ľtte anmieten. Einen gro√üen Grill stellen wir Ihnen zur Verf√ľgung. Je nach Wetter k√∂nnen Sie es sich auf den B√§nken vor der H√ľtte oder auf den Sitzpl√§tzen in der H√ľtte gem√ľtlich machen. Der Grillplatz bietet gen√ľgend Platz auch f√ľr gro√üe Gruppen.

Spielplatz & Fußball

Der gro√ü angelegte Spielplatz l√§dt mit seinen vielf√§ltigen Kletter-, Rutsch- und Schaukelm√∂glichkeiten Jung und Alt zum Spielen ein. Unsere kleineren Besucher k√∂nnen sich im Sandspielplatz mit Eimer und Sch√ľppchen vergn√ľgen. F√ľr die gr√∂√üeren bietet sich die M√∂glichkeit auf einer nahegelegenen Wiese Fu√üball zu spielen.

F√ľr Schulen √∂ffnen wir unseren Spielplatz auf Voranmeldung ab 08.30 Uhr.

Fotoalbum Schloss Lembeck

Kontakt:
Graf Merveldt’sche Rentei
Schloss 2
46286 Dorsten-Lembeck
Tel.: 0 23 69 / 7167
Fax: 0 23 69 / 7 7391
Mail: schloss-lembeck@t-online.de
Internet: www.schlosslembeck.de

Eigent√ľmer:
Ferdinand Graf Merveldt

Schlosshotel:
zur Zeit geschlossen

Heimatmuseum
Auf der Homepage des Heimatverein Lembeck 1922 e.V.

Weitere Informationen vom Schloß Lembeck und Kontaktmöglichkeiten
f√ľr Anfragen und Sonstiges finden Sie hier auf der offiziellen Schlo√ü-Lembeck-Homepage: www.schlosslembeck.de

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