Bierfassrennen: Laufen für das flüssige Gold

Wulfen/Lembeck. Für einen Hauptgewinn von 100 Litern Bier haben die Jungs alles gegeben. Drei Teams traten am Samstag an und ließen nach langer Zeit eine Tradition wieder aufleben: Das Bierfassrennen. Ein Sackkarren, beladen mit zwei Bierfässern, galt es vom Wulfener Feuerwehrhaus am schnellsten zur Lembecker Feuerwehr zu bringen.

Viele Radler begleiteten die Teams zwischen Wulfen und Lembeck.
Viele Radler begleiteten die Teams zwischen Wulfen und Lembeck.

Eine Tradition, die zunächst ein wenig kurios wirkt, aber allen eine Menge Spaß gebracht und eine lange Vorgeschichte hat.

1962 wetteten zwei Feuerwehrleute, ein 100-Liter-Bierfass innerhalb einer Stunde von der ehemailigen Rose-Brauerei in Wulfen nach Lembeck zu transportieren. Ein Kinderspiel für die beiden Männer und so ging es 1974, 1977 und 1981 weiter. Leider verlor sich dieser Spaß – bis zu diesem Wochenende.

Jetzt versuchten die Jungs, die Bestzeiten der Vorgänger zu unterbieten. Für eine Neuauflage des Rennens hat der Heimatverein Lembeck mit den Feuerwehren Lembeck und Wulfen sowie dem Wulfener Heimatverein das Programm auf die Beine gestellt.

Jeder der beteiligten Vereine schickt ein Team mit je zwei Leuten an den Start – so war der Plan. Nachdem das Team vom Heimatverein Lembeck kurzfristig absagen musste, hiess es für den Rest: Laufen für das flüssige Gold.

Den traditionellen Weg konnten die Läufer aber nicht nehmen, „wegen der veränderten Verkehrssituation“, erklärt Koordinator Michael Langenhorst. Also ging es ab über die Wirtschaftswege und mit hochrotem Kopf stolperten Fabian Kentrup und Dawid Kreicavek von der freiwilligen Feuerwehr Wulfen zuerst ins Ziel – nach gerade einmal 30 Minuten. Nur zwei Sekunden später rollte der Karren der Feuerwehr Lembeck ein, den Heimatverein Wulfen hatten die anderen Teams um einige Minuten abgehängt.

Den Jungs war die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. Rund 120 Kilo im Eiltempo zu transportieren, ist nicht die leichteste Aufgabe und vorbereitet hatten sie sich auch eher weniger. „Wir haben einen Probelauf gemacht, das war’s“, keucht Fabian Kentrup. Zur Belohnung gab es dann nach einer heissen Dusche „erstmal ein Bierchen“. 100 Liter haben sie ja jetzt zur Verfügung. Aber auch die anderen gingen nicht leer aus. 50 Liter bekam der zweite Platz, der dritte immerhin noch 30 Liter. Und die 20 Liter des ausgefallenen Teams „trinken wir vielleicht einfach selbst“, meint Michael Langenhorst.

Merle Bork

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