Lembeck – Seit Herbst 2019 haben es die Bewohner vom Speckinger Weg 67 bis 77 ziemlich weit, um ins Dorf oder zu den Nachbarn zu kommen. Die Dauersperrung des Bahnüberganges erinnert sie ein wenig an den Berliner Flughafen.

Die scheinbar unendliche Sperrung am Speckinger Weg. Foto: Daniel Lasarz

Von der Hausnummer 57, letztes Haus vor den Bahnschranken links, bis zur Nummer 67, erstes Haus hinter den Bahnschranken links, sind es 270 Meter bzw. 3 Minuten Fußweg – wenn der Bahnübergang passierbar wäre.

Weil dieser aber seit rund einem dreiviertel Jahr gesperrt ist, so Anwohner Daniel Lasarz, beträgt die Umleitungsstrecke jetzt 3,8 Km, was nach Googlemaps einen Fußweg von 47 Minuten in Anspruch nehmen würde. Die Anwohner fühlen sich auf jeden Fall abgeschnitten und beobachten des Öfteren, dass Leichtsinnige Fußgänger und Radfahrer durch die Bauabsprerrung und über die Schienen laufen oder radeln. Hier können vorbeirauschende Züge schnell zur tödlichen Falle werden.

Foto: Daniel Lasarz

Anwohner Daniel Lasarz: “Der Bahnübergang soll nach Angaben in der Zeitung ja seit einem halben Jahr gesperrt sein. Dies ist leicht untertrieben. Ein 3/4 Jahr ist er mindestens schon geschlossen. Er wurde nahezu zeitgleich mit dem Übergang Kaisersweg geschlossen.

Laut Aussage von den Arbeitern ist dies Notwendig, da die Signalleitungen komplett getauscht werden müssen. Dies bedeutete, dass in den ersten Wochen immer je Bahnübergang ein Mitarbeiter für die Kontrolle der alten Schrankenanlage abgestellt wurde. Seine Aufgabe war es, zu kontrollieren, ob die Schranken ordnungsgemäß geschlossen sind.

Danach wurde mit den regulären Baumaßnahmen begonnen – also eine komplette Schließung des Überganges. Für wie lange konnte nie gesagt werden. Zuerst hieß es bis Oktober oder November 2019. Danach kam die Aussage: Keine Fertigstellung in 2019. Im November habe ich dann Kontakt mit der Stadt (Ordnungsamt und Tiefbauamt) aufgenommen. Alleine schon um mal zu hören wie der Sachstand ist.

Aber auch hier keine klare Aussage. Der zweite Grund meiner Kontaktaufnahme waren die nicht funktionierenden Baulampen an der Absperrung. Diese funktionierten zu diesem Zeitpunkt schon seit mindestens 3 Wochen nicht mehr. Die Aussage war erst, dass dies doch gar nicht sein kann. Der Mann von der Stadt hat sich dieser Problematik aber angeschlossen und sagte eine schnelle Abstellung des Mangels für den nächsten Werktag zu. Auch vom Vorschlag zur temporären Errichtung einer Einbahnstraße war er sehr angetan und sagte, er wird es mit den anderen beteiligten Stellen besprechen. Bis heute habe ich nie wieder was davon gehört.

Foto: Daniel Lasarz

Für uns als Anwohner bedeutet dies, stets einen Umweg von mind. 2 Km je Strecke Richtung Dorf, da wir über den Haaneweg geleitet werden. Auch der Haaneweg zeigt inzwischen deutliche Beschädigungen. Die Strecke über den Speckinger Weg ist schon von je her der Weg für Radfahrer, Fußgänger und andere Sportler. Ich möchte nicht gutheißen, dass die Absperrung umgangen wird, aber ich habe trotz der Gefahr sogar teilweise Verständnis dafür.

Foto: Daniel Lasarz

Und nun berichtet die Zeitung über diese Personen und siehe da, am nächsten Tag ist die Stadt da um noch mehr Bauzaun aufzubauen. Es wäre schön mal in Kenntnis gesetzt zu werden wie denn der aktuelle Stand ist und wie es weiter gehen soll.

Meines Wissens ist es erst nach der Sperrung aufgefallen, dass der genaue Verlauf der Straße noch nicht geklärt ist, denn die Kurve und die entstehende Böschung wären zu steil. Daher Neuplanung und…. Also abwarten.

Wie wichtig der Bahnübergang anscheinend ist, sieht man zum Beispiel daran, wie ein Krankenwagen spät abends vor der Baustelle stand und nicht durchkam (Fahrer wurde wohl nicht informiert) oder als der Zug genau hier, kurz vor dem Übergang, trotz Notbremsung ein Wildschwein erfasste. Hier wurde durch die Hilfskräfte die Absperrung selbstverständlich geöffnet und provisorisch wieder “blockiert”.

Niemand hat es aber interessiert und erst durch einen Anwohner wurde die Polizei und die Stadt über den offenen Übergang ein paar Tage später informiert. Aber auch eine Woche später hielt sich niemand für verantwortlich. Also wurde die Gefahrenstelle erst einmal durch Anwohner wieder verschlossen, denn schließlich sind auch Kinder auf der Straße unterwegs. (Daniel Lasarz)

21.05.2020 – Lembeck.de – Frank Langenhorst & Daniel Lasarz

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