Lesezeit: 7 Minuten

Lembeck – Der Aufenthaltsraum des Pfadfinderheims „Schule Beck“ platzte aus allen Nähten. Der 18. Lembecker Porteabend zog am Mittwoch (10.04.2019) viele Interessierte an und bot fundiertes Wissen über Lembecker Projekte.

Porteabend
18. Porteabend in der Schule Beck (10.04.2019). Foto: Lembeck.de – Frank Langenhorst

Porte-Moderator Joachim Thiehoff konnte am Mittwoch um 19.30 Uhr etliche Portebesucher begrüßen und bis 20 Uhr war selbst der letzte Platz belegt. Paul und Regina Böckenhoff sind Eigentümer der Schule Beck und ihnen wurde für die Einladung, die gemeinsam mit den Pfadfindern erfolgte, herzlich gedankt. Die Porteabende finden immer an verschiedenen Lembecker Örtlichkeiten statt um auch hier das Interesse aufrecht zu erhalten.

Die Schule Beck interessierte viele Portebesucher

Regina Böckenhoff erzählte einiges zur Geschichte des Hauses: Bis in die frühen 1970er Jahre diente das Gebäude im Hauptteil noch als Schule für die Kinder der Bauernschaft „Beck“. Im Anbau wohnte das Lehrer-Ehepaar Schwieren. Seit rund 30 Jahren wird das Schulgebäude von den Pfadfindern DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg) des Bezirkes Recklinghausen genutzt, weil es in zentraler Lage des Kreises liegt und mit umliegender Natur ideal geeignet ist. Zum „harten Kern“ des Schule Beck-Pfadfinder-Teams gehören Sebastian Steimel, Jan Müller, Stefan Mrozek und Wolfgang Schmitt.
Wolfgang Schmitt konnte einiges über den Werdegang der 30jährigen Pfadfinder-Geschichte in der Schule Beck erzählen und freut sich über eine weitere Zukunft in Lembeck.

18. Porteabend in der Schule Beck (10.04.2019). Foto: Lembeck.de – Frank Langenhorst

Nach dem Tod von Frau Schwieren, die bis zuletzt Wohnrecht im Nachbarhaus hatte, stand seitens der Stadt Dorsten der Verkauf des Hauses an. Kurzzeitig dachte die Pfadfindergemeinschaft an einen Kauf, konnte aber die Unkosten nicht stemmen. Als ursprüngliche Grundstücksbesitzer kam dann Familie Böckenhoff in Frage, die nach dem Kauf das Wohnhaus komplett renovierte und den Pfadfindern einen langfristigen Mietvertrag für den ehemaligen Schulbereich anbot.

Das Pfadfinderheim hat 2 große Aufenthaltsräume, 2 Schlafräume und eine Empore mit Couch- und Sitzecke. Zur Versorgung dient eine voll ausgestattete Küche und die sanitären Anlagen sind zum Teil behindertengerecht. Zudem ist das ganze Haus mit Internet (W-LAN) ausgestattet.

18. Porteabend in der Schule Beck (10.04.2019). Foto: Lembeck.de – Frank Langenhorst

Stefan Breuer informiert über Spielplatzaktion der Stadt Dorsten

Dank der W-LAN-Versorgung in der Schule Beck konnte der Jugendamtsleiter der Stadt Dorsten, Stefan Breuer über Laptop und Beamer die Onlinekarte aller Dorstener Spielplätze samt Bewertung live präsentieren. Im letzten Jahr und auch beim letzten Porteabend im Haus der Lebenshilfe Lembeck wurde diese, durch die Stadt Dorsten gestartete Spielplatzaktion vorgestellt und die Bürger wurden eingeladen, online über die Zustände und Nutzungsmöglichkeiten der rund 160 Spielplätze im gesamten Dorstener Gebiet abzustimmen.

Welcher Spielplatz ist erhaltenswert und welcher wird in absehbarer Zeit nicht mehr genutzt?

Um Sanierungskosten sinnvoll und nutzungsorientiert einzusetzen, setzte die Stadt Dorsten zusammen mit dem Jugendamt durch eine Onlinekarte mit Abstimm- und Kommentierungsfunktion auf die Meinung der Bürger. Stefan Breuer hat hier als Jugendamtsleiter die Aufgabe, die Abstimmergebnisse in den jeweiligen Stadtteil-Konferenzen zu erörtern und konnte am Porteabend den Stand der Dinge und weitere Planungen erklären.

Mit einer umfassenden Bedarfsplanung will die Stadt Dorsten die Spielplatz-Landschaft in Dorsten neu ordnen. Die Vorschläge des Landschaftsarchitekturbüros Hoff sowie die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung im letzten Jahr werden nun bis zum Sommer in allen Stadtteilen vorgestellt und diskutiert, bevor die politischen Gremien den Gesamtplan beschließen.

An der Wand des Aufenthaltsraumes der Schule Beck konnten Portebesucher zudem Klebepunkte auf die Plakate ihrer Spielplatz-Favoriten kleben.

Hier gehts zur Onlinekarte: http://178.63.96.21/dorsten/spielenstatistik/index.html#11/51.7109/6.9907

Josef Hadick berichtete über den Vermarktungsstand der Laurentiusschule

Josef Hadick

Der Geschäftsführer der WINDOR GmbH in Dorsten und engagierte Lembecker Josef Hadick hat sich in der Porte-Vorbereitungsgruppe mit Ralf Badura, Peter Cosanne und Stefan Risthaus intensiv um Vermarktungsmöglichkeiten der 3 Gebäudeteile der Laurentiusschule gekümmert und konnte über die zukünftige Nutzung durch das Diakonische Werk berichten.

Im Oktober 2018 brannte die Werkstatt für Menschen mit Behinderung fast vollständig ab und die Diakonie musste eine geeignete Ersatzräumlichkeit suchen. Der hintere, halbwegs verschonte Teil am Swebenring in Wulfen konnte zwar mit rund 100 Mitarbeitern wieder genutzt werden und das Förderhaus mit rund 25 Bewohnern, jedoch fehlt Raum für die 85 Mitarbeiter aus der vorderen Werkstatt.

Die Diakonie als Träger der Werkstätten für Menschen mit Behinderung suchte gemeinsam mit der Stadt Dorsten nach geeigneten und naheliegenden Orten und wurde in der Laurentiusschule fündig. Das gesamte Gebäude liegt in direkter Nachbarschaft zum Haus der Lebenshilfe und hat eine ideale Anbindung zum ÖPNV – dem Lembecker Busbahnhof.

Rund 400.000 € investiert die Diakonie in den bedarfsgerechten Umbau der 3 Schulgebäude und die Stadt hat mit der Diakonie einen Mietvertrag bis September 2021 abgeschlossen. Da in dieser Zeit sämtliche anteilmäßigen Betriebskosten und Renovierungsarbeiten von der Diakonie übernommen werden, stellt die Stadt die Gebäudeteile nahezu kostenlos zur Verfügung. Somit haben beide Seiten gewonnen und auch die Lembecker sind sehr froh und heißen schon jetzt die zukünftigen Nachbarn „Herzlich Willkommen“.

Das “B-Gebäude” der Laurentiusschule. Foto: Lembeck.de – Frank Langenhorst

Die Umbauarbeiten haben bereits begonnen und sollen bis zum Einzug der Mitarbeiter im Oktober 2019 abgeschlossen sein. Neben der Kompletterneuerung der sanitären Anlagen zu behindertengerechten WCs wird auch die Schulküche zu einer „Verteilerküche“ umfunktioniert, damit das angelieferte Essen dort verteilt und gemeinsam verköstigt werden kann.

Das komplette Erdgeschoss in allen 3 Schulgebäuden soll bis auf das ehemalige Lehrerzimmer im Gebäude C – dem jetzigen Porte-Treffpunkt und Büro komplett für das Diakonische Werk genutzt werden. Die Breitensportabteilung des SV Lembeck zieht für dieses Vorhaben aus dem Erdgeschoss ins Obergeschoss des C-Gebäudes, wofür sich Josef Hadick ausdrücklich bedankte.

Im Gebäudeteil B (parallel zur Schulstraße) werden zudem im Obergeschoss zwei Klassenräume genutzt, zwei weitere können von den Lembeckern noch verplant werden. Bürgermeister Tobias Stockhoff hat der Diakonie eine Nutzung, auch nach Ende des Mietvertrages (30.09.2021) schmackhaft gemacht. Einen Verkauf der Immobilie strebte er nicht an, um einem demografischen Wandel in den nächsten Jahrzehnten und der möglichen Nutzung einer zukünftigen Schule die Türen offen zu halten.

Der Schulhof mit Zaun / Hecke zur Nachbarschaft. Foto: Lembeck.de – Frank Langenhorst

Problemlose Integration in die Nachbarschaft

Ab Oktober 2019 wird die verlassene Schule wiederbelebt und rund 85 Mitarbeiter (meist Menschen mit Behinderung) werden hier tätig. 65 davon mit leichten Montagearbeiten, 15 mit Näharbeiten und einige in der Hauswirtschaft. Größere Maschinen kommen hier nicht zum Einsatz.

Arbeitsbeginn ist an Werktagen zwischen 7 und 8 Uhr, Arbeitsende zwischen 14:30 und 15:30 Uhr. Die Arbeiterinnen und Arbeiter werden in dieser Zeit mit Kleinbussen an- und abgefahren oder kommen zu Fuß aus dem benachbarten Haus der Lebenshilfe. Die ca. 11 Mitarbeiter der Diakonie können die ehemaligen Lehrer-Parkplätze an der Schulstraße nutzen.

„Dorsten steht für Menschwürde, Demokratie und Respekt“

Foto: dorsten.de

Bürgermeister Tobias Stockhoff warb im Umgang miteinander für den Stadtdialog „Menschwürde, Demokratie und Respekt“. „Aggressionen, verbal und nonverbal, gegen Feuerwehr, Polizei und Rettungssanitäter häufen sich auch in Dorsten. Vor rund 30 Jahren war an dieser Stelle noch Respekt angesagt.“

„Auch in sozialen Medien, Briefen und Emails – sowie in der Stadtverwaltung – wird der Ton immer rauer.“

Während seiner ersten Besuche in einzelnen Schulklassen erläuterte Bürgermeister Stockhoff den Kindern den von ihm initiierten Stadtdialog „Dorsten steht für Menschenwürde, Demokratie und Respekt“ und erklärte die drei Begriffe. Es ergaben sich konzentrierte und vertiefte Gespräche, in denen die Schülerinnen und Schüler auch von persönlichen Erlebnissen mit Mobbing und Beleidigungen berichteten und sehr kompetent ihre Ideen zu respektvollem Umgang erläuterten. Bürgermeister Stockhoff: „Durch diese Gespräche bekommt der gesellschaftspolitische Stadtdialog einen sehr hohen Praxisbezug.“

Bürgermeister Stockhoff freute sich besonders, dass die an der Wand hängenden Klassenregeln der Klasse 5 a mit den Unterschriften der Kinder versehen sind. Dies schwebt ihm auch zu der „Dorstener Erklärung“ vor, die er zusammen mit den Fraktionen und der Dorstener Bevölkerung entwickeln möchte. Die Klassenregeln wurden von den Kindern selber formuliert und an Hand der häufigsten Nennungen in eine Reihenfolge gebracht. „Miteinander reden“ lautete das Fazit, das die Schülerinnen und Schüler mit dem Bürgermeister am Ende des Gesprächs in der 5 a zogen.

„Tour de Buur“ – Moderierte Erlebnistouren mit dem Fahrrad

Zum Ende des Porteabends berichtete Regina Böckenhoff über die sehr erfolgreichen und oft ausgebuchten Erlebnistouren „Tour de Buur“. Rund 60 bäuerliche Familienbetriebe sind im Dorstener Norden ansässig und bieten reichlich Sehenswertes. Rhader und Lembecker Landwirte erschufen nach 18-monatiger Planungszeit gemeinsam die „Tour de Buur“, um das interessante Angebot vorzustellen.

Der Initiator und Rhader Landwirt Hubert Krampe wählte bewusst den plattdeutschen Begriff „Buur“ (Bauer) und sagt: „Mit ihm beschreiben wir in einem Wort, wer wir sind und woher wir kommen. Schließlich ist der plattdeutsche Dialekt in unseren Dörfern Rhade und Lembeck noch weit verbreitet.“ Das Touren-Team umfasst zurzeit etwa 10 ehemalige und noch aktive Landwirte, die sich im Dorstener Norden bestens auskennen. Diese sogenannten „Agrarscouts“ nehmen interessierte Besuchergruppen mit auf die 4-5-stündigen Themen-Touren, die von den Besuchern selbst gewählt werden können.

„Alles Milch – Alles Wurst – Alles Käse – Technik die begeistert oder Grüne Energie vom Bauernhof“

Die Agrarscouts sind allesamt Dorfkinder, die ihre Umgebung bestens kennen und sich über Fragen und das Besucherinteresse sehr freuen.

12.04.2019 – Lembeck.de – Frank Langenhorst

Das Video zum Thema „Tour de Buur“

 

www.tour-de-buur.de