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Beiheft Interkulturelle Theologie Nr. 12
Macht teilen
Die Auseinandersetzung zwischen der Basler Mission und ihren Partnern um Strukturen und Visionen
2009, 176 Seiten, kartoniert
€ 18,–
ISBN 978-3-87476-603-6
Unterschiedlich rasch reagierten die westlichen Missionswerke auf die in den 1960er Jahren durch den Internationalen Missionsrat formulierte Erkenntnis und Herausforderung, die Missionsbewegung dürfe nicht mehr als Einbahnstraße verstanden werden, sondern geschehe »auf sechs Kontinenten«. Auch die traditionsreiche Basler Mission prüfte in der Folge ihre Strukturen und stellte sich die Frage, ob und wie die Partnerbeziehungen nach Afrika, Asien und Lateinamerika neu gestaltet werden sollten.
Ende der 1980er Jahre versuchte das Werk, diese Frage im so genannten »Gwatt-Prozess« zu beantworten. An diesem Prozess sollten die schon längst zu eigenständigen Partnerinnen gewordenen Kirchen, mit denen die Basler Mission institutionell verbunden war, aktiv teilnehmen. Entscheidungen wollte man nicht mehr allein in Basel und von Basel aus fällen. Macht sollte geteilt, gemeinsam der »neuen« Basler Mission ihre Gestalt gegeben werden.
Die vorliegende Studie zeigt, wo und wie das große Ziel in Spannung geriet zu bestehenden Machtbeziehungen. Es wird deutlich, wie fragil ein solcher Prozess ist, an dem die Beteiligten aus unterschiedlichen kulturellen, politischen, gesellschaftlichen und theologischen Kontexten stammen. Sie lässt etwas von den Schwierigkeiten ahnen, die bei einer so groß angelegten Übung in interkultureller Kommunikation zu bewältigen sind, und gewährt Einblick in die Dynamik, die entsteht, wenn grundlegende theologische Erkenntnis und konkrete organisatorische Abläufe und Gegebenheiten aufeinander bezogen werden sollen.
»Macht teilen« ist geprägt von der Sicht des damaligen Afrikareferenten der Basler Mission. Der Verfasser lässt deshalb die Erfahrungen der afrikanischen Partnerinnen und Partner besonders deutlich zur Sprache kommen und zeigt, welche Dynamik deren Kritik – in Verbindung mit Rückfragen aus Lateinamerika – bei den Leitungsgremien in Basel auslöste. Eine Einführung durch Bernhard Dinkelaker, den Generalsekretär des Evangelischen Missionswerks in Südwestdeutschland EMS stellt die Studie in den größeren Zusammenhang der jüngsten Geschichte der europäischen Missionswerke.
